Jungforscher AG am EBG (Projekt des Monats April 2021)

Ansprechpartner:

Frau Kuhlmann

Institution:

Ernst - Barlach - Gymnasium Castrop - Rauxel

  • Lunastraße 3
    44575 Castrop-Rauxel

Beschreibung und Ziele:

Im Biologie Regelunterricht haben unsere Schülerinnen und Schüler immer wieder interessante Fragen, welche durch die im Lehrplan vorgesehenen Themen nicht unbedingt abgedeckt werden. Viele dieser Fragestellungen ergeben sich aus dem Alltag der Kinder und ha-ben das Potential für eine kleine Forschungsarbeit. Daher bieten wir nach den Osterferien 2019 eine EBG Jungforscher - AG, zunächst für die Klassen 5 und 6, an. In dieser AG können die Schülerinnen und Schüler in Teams von bis zu 3 Personen kleinere Forschungsarbeiten durchführen. Diese Forschungsarbeiten werden dann auf unserem Schulfest präsentiert, im naturwissenschaftlichen Trakt des EBG ausgestellt und werden auch in der Juniorsparte des Wettbewerbs "Jugend forscht" angemeldet. Die Einrichtung dieser AG bietet Schülerinnen und Schülern mit einem besonderen Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen die Möglichkeit sich in der Schule mit Themen aus diesem Bereich auseinanderzusetzen, wodurch Talente hervorgebracht und gefördert werden. Wir haben bereits ein kleines, eigenes Schülerlabor und möchten dieses sukzessive ausbauen, so dass die AG jährlich angeboten und in Zukunft auch für ältere Schülerinnen und Schüler geöffnet werden kann. Neben diesen Forschungsarbeiten wäre es dann zukünftig auch möglich, dass Schülerinnen und Schüler der Oberstufe das Labor in naturwissenschaftlichen Projektkursen oder für Facharbeiten mit praktischem Anteil nutzen.

Seit dem Schuljahr 2018/2019 bietet das EBG einen MINT-Profilzweig an. Wir möchten so Schülerinnen und Schüler mit einer besonderen Begabung und ausgeprägtem Interesse im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zusätzlich fördern, so dass sie als Vorbereitung auf einen späteren Beruf nachhaltiges Wissen im MINT-Bereich erwerben. Im Unterricht haben wir festgestellt, dass insbesondere die Kinder des MINT Profilzweigs an Unterrichtsthemen mit Forschungscharakter interessiert sind. Der naturwissenschaftliche Erkenntnisweg ist aus dem Unterricht bekannt und wird bereits im Unterricht wie selbstverständlich angewendet. Ein großes Ziel dieses Projektes ist es, den natürlichen Wissensdrang der Schülerinnen und Schüler und das Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen zu fördern, ihnen Raum zur Entfaltung zu geben. Durch selbst ausgeführte, kleine Forschungsarbeiten wird das zielorientierte, problembewusste Denken in komplexen Systemen geschult, was eine wichtige Kompetenz für den späteren Berufsweg darstellt. Daher möchten wir unser kleines Forschungslabor ausbauen, in welchem die Schülerinnen und Schüler in Teams arbeiten. Es fehlen jedoch ein geeigneter Rechercheplatz, ein 3D-Drucker und weitere nötige Versuchs- und Baumaterialien, Fachliteratur etc.. Für die AG haben sich bereits neun Teams der Jahrgangsstufe 5, zum Teil schon mit sehr konkreten Forschungsanliegen, angemeldet. Ein Team möchte beispielsweise testen, welche natürlichen Düngemittel das Pflanzenwachstum am besten fördern, ein zweites möchte sich mit der Optimierung von Nisthilfen für Wildbienen beschäftigen. Ein drittes Team möchte Handyladestationen mit Hilfe von Solar- und Windenergie entwerfen. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit ein Jahr lang wöchentlich in der AG-Stunde, sowie freiwillig in der Mittagspause, an ihren Forschungsvorhaben zu arbeiten und diese dann auf dem jährlichen Schulfest vorzustellen und für die Schu-löffentlichkeit im Bereich des naturwissenschaftlichen Traktes auszustellen. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Projekte beim Wettbewerb Jugend forscht in der Juniorsparte Schüler experimentieren anzumelden. In diesem Jahr hat bereits ein Dreierteam erfolgreich teilgenommen. Neben der Schulung des naturwissenschaftlichen Erkenntniswegs wird die Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Kreativität der Schülerinnen und Schüler gefördert, denn innerhalb der Projektgruppen müssen Absprachen gemacht, Kritik geäußert, kreative Lösungsansätze und Ideen entwickelt und verworfen werden und es muss vor allem zusammengearbeitet werden.

Wie wurden die Kinder in das Projekt eingebunden?

Interessierte Schülerinnen und Schüler treffen sich mindestens einmal wöchentlich zur AG -Stunde im Schülerlabor und arbeiten in Teams an ihrem Forschungsvorhaben. Eine genaue Dokumentation Laborbuch dieser Forschungsvorhaben ist ein wichtiger Bestandteil der AG und dient der Lösung und Weiterentwicklung der Fragestellung. Es muss recherchiert werden, Informationen müssen gefiltert, auf Richtigkeit überprüft und nutzbar gemacht werden. Zudem müssen Versuche geplant, durchgeführt und dokumentiert werden. Teilweise ist es notwendig Modelle zu entwerfen und diese zu bauen und zu testen. Die gewonnenen Daten, Erfolge, aber auch Misserfolge müssen genauestens dokumentiert, Fehlerquellen gefunden und Versuchsaufbauten optimiert werden - ganz wie in einer "echten" Forschungseinrichtung. Die Lehrkraft dient dabei als unterstützender Ansprechpartner, sie ist Koordinator und Berater, hilft zum Beispiel bei der Organisation von Versuchsmaterialien oder der Herstellung von Kontakten zu außerschulischen Partnern.

Rückblick:

Bereits im letzten Jahr haben Teams der damaligen Jahrgangsstufe 6 ihre ersten Forschungsvorhaben begonnen. Neben dem Bau von verschiedenen Bienenhotels hat sich ein Team mit der Optimierung von Düngemitteln beschäftigt. Die drei Schüler entwickelten einen verbesserten Dünger, welcher ohne Chemie auskommt und testeten diesen an verschiedenen Pflanzen. Mit ihren aufgearbeiteten Ergebnissen konnte das Team Anfang 2020 sogar am Wettbewerb "Jugend forscht" in der Sparte "Schüler experimentieren" teilnehmen und erhielt für ihr Forschungsvorhaben einen Sonderpreis.

Nach diesem gelungenen Start der Forscher AG haben sich dann weitere Teams für die AG angemeldet. Aufgrund der Corona - Pandemie lagen die Forschungsvorhaben zwar größtenteils bis zum Sommer auf Eis, jedoch forschen nun wieder 5 Teams aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 7 weiter. Ein Team möchte eine mobile Handyladestation, welche mit Windenergie funktionert, bauen. Ein anderes möchte eine automatische Hamster - Futterstation erfinden. Wir sind zuversichtlich, dass weitere spannende Ideen umgesetzt und die Schülerinnen und Schüler sich für einen weiteren Jugend - forscht Wettbewerb anmelden werden.
Mit Hilfe der Förderung durch die Gelsenwasser Stiftung konnten bereits viele nötige Materialien angeschafft werden. Dafür sagen wir ganz herzlich Danke!