"Marionettentheater"

Ansprechpartner:

Frau May

Institution:

Overbergschule Warendorf

  • Barentiner Straße 8
    48231 Warendorf

Beschreibung und Ziele:

In einer Marionettentheater-AG stellen die Schüler Marionetten her und bauen eine Bühne mit Bühnen-bildern für die Aufführung eines Theaterstückes. Die AG wird durch Schüler unterstützt, die im Rahmen ihres Kunstunterrichtes die Bühnenbilder mitgestalten. Die Schüler stellen die Puppen weitgehend eigenständig, d.h. in einem subjektiv bedeutsamen Prozess und nach eigenen Gestaltungsabsichten her. Aus der immer wieder deutlich zu beobachtenden Wechselwirkung zwischen Herstellungsablauf und zugleich beginnenden Spielerfahrungen entsteht zwischen Spielfigur und Kind eine besonders enge Beziehung. Kinder im Grundschulalter können sich mit ihren Puppen identifizieren, eigene Bedürfnisse, Konflikte und Erlebnisse projizieren und die Puppen quasi stellvertretend für sich handeln lassen. Die Grenzen zwischen Realität und Spiel verlaufen häufig fließend im Puppenspiel aufgefundene, "erspielte" Lösungsstrategien für eigene Probleme können dazu beitragen, die eigene Wirklichkeit besser zu bewältigen. Nicht nur die Marionetten, sondern auch die benötigten Bühnenkonstruktionen und Bühnenbilder werden gemeinsam entwickelt und hergestellt.

Intention des Projekts ist spielerisch die sprachlichen und handwerklichen Fähigkeiten zu verbessern, Teamgeist zu entwickeln und sich gegenseitig zu helfen und bei kreativem Arbeiten eigene, neue Fertigkeiten zu entdecken. All dies soll das Projekt "Marionettentheater" ermöglichen. Die Herstellungs- und Vorbereitungsprozesse fördern soziale Lernziele in vielen Situationen: Kooperation auf gemeinsame Handlungsziele hin, aufeinander hören und eingehen, Absprachen treffen und einhalten, Sensibilität für andere entwickeln, in Gruppen arbeiten, Konflikte aushalten und aufarbeiten u.v.a.m. Ganz wesentliche sprachliche Lernziele kommen beim Puppenspiel zum Tragen denn die Schüler verleihen ihren Spielfiguren nicht nur Leben durch die Bewegung, sondern auch durch ihre Stimmen. Ganz allgemein lassen sich aufzählen: Bewusstes Umgehen mit der eigenen Sprache, Umgang mit Texten, dialogisieren und dramatisieren, Erkundung aller Möglichkeiten der Sprachmodulation und ihrer Wirkung auf die Zuschauer Unterstützung von Sprache durch Musik, Klänge, Geräusche usw. Besonders bedeutungsvoll in diesem Zusammenhang ist der Aspekt der Distanz, des "distanzierten Ichs", und zwar aus sprech- u. sprachpädagogischer Sicht. Wenn die Puppe "spricht", muss der Schüler "nicht sprechen". Oft lenkt dieses Projizieren auf die Puppe die Schüler derart vom eigenen Sprechen und evtl. vorhandene Hemmungen und Blockaden ab, dass eine entspannte, unverkrampfte Sprechsituation entsteht, in der diese Sprech-Behinderungen im buchstäblichen Sinne überspielt werden. Dieser Effekt sollte in der Grundschule größere Bedeutung erhalten von Sprachtherapeuten wird er gerne genutzt. Nicht zuletzt kann Puppentheater/Puppenspiel allgemeine Unsicherheit von Grundschülern, Scheu, Hemmungen und Ängste vermindern. Es ist zu vermuten, dass es eine erhebliche fördernde Wirkung beim Spracherwerbsprozess und beim Lesen lernen von Kindern ausländischer Eltern hat.

Wie wurden die Kinder in das Projekt eingebunden?

Während des gesamten Projektes entwickeln die Kinder eigene Vorstellungen ihrer Marionetten, des Theaterstückes und der Bühne. Puppentheater/Puppenspiel, insbesondere der Prozess der Herstellung und Spielvorbereitung, fördert die Entwicklung technisch-konstruktiver wie künstlerisch-gestalterischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, schöpferische Phantasie und Kreativität, Lösungsvermögen für technische und gestalterische Probleme und lässt die Schüler Umgangserfahrungen u.a. mit Werkmaterialien und Werkzeugen gewinnen.

Rückblick: