"Die Hönne - ein Fluss mit unterschiedlichen Gesichtern"

Ansprechpartner:

Herr Ebert

Institution:

Städt. Gymnasium an der Hönne, Menden

  • Walramstraße 2
    58706 Menden

Beschreibung und Ziele:

Im letzten Jahr ist unser Gymnasium neu gegründet worden und es wurde Gymnasium an der Hönne genannt. Die Hönne ist ein Fluss, der durch die Stadt Menden fließt und direkt angrenzend an unserem Gymnasium liegt. Aus diesem Grund soll für die Schulgemeinschaft und Öffentlichkeit auf unterschiedlichsten Ebenen das namengebende Fließgewässer betrachtet, mit allen Sinnen erfahren, analysiert, kartiert, dokumentiert und recherchiert werden. Die nachhaltige Nutzung aus unterschiedlichen Perspektiven ökologische, ökonomische, soziale und globale soll dabei im Vordergrund stehen. Eine klassenübergreifende Kooperation soll mit einem Biologie Leistungskurs und Wahlpflichtkursen Biologie/Chemie Jahrgangsstufe 9 und Erdkunde Jahrgangsstufe 8 beginnen. Eine Erweiterung der Kooperation innerhalb der Schulgemeinschaft wird erwünscht und angestrebt. Es wird versucht außerschulische Partner mit in das Projekt zu integrieren und als aktive Partner zu gewinnen. Ein Schwerpunkt wird in diesem Schuljahr eine Renaturierungsmaßname an der Hönne sein. Dabei wird die Sukzession des Gewässers beobachtet, dokumentiert und präsentiert. Die Nachhaltige Nutzung eines Gewässer steht dabei im Vordergrund.

Ziele: DieSchülerinnen und Schüler - analysieren Effekte auf die Hönne während einer Renaturierungsmaßnahme über einen längeren Zeitraum - präsentieren die Ergebnisse auf unterschiedlichen Ebenen Klasse, Schule und Öffentlichkeit

Wie wurden die Kinder in das Projekt eingebunden?

Da die Maßnahme als Projekt gestartet wird, werden die Schülerinnen und Schüler maßgeblich an der Planung, Durchführung und Präsentation beteiligt sein. Im Wahlpflichtkurs Biologie/Chemie wird das Projekt in diesem Schuljahr gestartet.

Rückblick:

In diesem Schuljahr erkundete der Wahlpflichtkurs Biologie/Chemie der Jahrgangsstufe 9 die Hönne. Diese ist ein Fluss, der durch die Stadt Menden fließt und direkt angrenzend an unserem Gymnasium liegt. In diesem Zusammenhang wurden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt, die zu einer ökologischen Bewertung des Fließgewässers führten. Bei der Strukturgüte werden die Nutzung der Aue, der Gewässerverlauf, die Substrate der Gewässersohle und die Ufervegetation analysiert. Diese Parameter sind wichtig, damit man sich ein Bild über die Lebensräume der Tiere des Gewässers machen kann. Mithilfe des geförderten Fließgeschwindigkeitsmessgeräts konnten wir nun auch die Fließgeschwindigkeit in unsere Analysen mit einbeziehen. Als Ergebnis konnten wir in einem renaturierten Bereich herausfinden, dass eine hohe Diversität der Fließgeschwindigkeit durch Störsteine, Mäanderbildung und Kolke Tiefwasserbereiche erreicht wurde. Die chemische Analyse offenbarte ebenfalls, dass die meisten Werte im guten bis sehr guten Bereich lagen. Nur die Stickstoffparameter Ammonium und Nitrat zeigten erhöhte Werte. Dies lässt sich ggf. auf die zu dieser Zeit großräumige Düngung der Felder zurückführen. Die Landwirte bringen auf ihre Felder u.a. Gülle auf, die im Einzugsgebiet eines Fließgewässers als Oberflächenabfluss in Form von Ammonium ins Gewässer gelangt. Ammonium wird mithilfe von Bakterien und Sauerstoff zu Nitrat umgewandelt, so dass beide Werte mit hoher Wahrscheinlichkeit auf diese Ereignisse zurückzuführen sind. Diese Hypothese muss allerdings noch durch zukünftige Schülerinnen und Schüler überprüft werden. Die biologische Gewässeranalyse umfasst insbesondere das Makrozoobenthos. Dies sind Tiere, die auf und in der Gewässersohle eines Fließgewässers leben. Aufgrund ihres Habitats kann die Artenhäufigkeit und -zusammensetzung dazu genutzt werden, Aussagen über den Zustand des Gewässers zu treffen. Die Lebewesen können den äußeren Bedingungen nur eingeschränkt ausweichen, so dass ihr Vorkommen oder Fehlen ein Indiz für die Wasserqualität über einen längeren Zeitraum ist. In diesem Zusammenhang wurde die Hönne beprobt und untersucht. Die geförderten Mikroskop-Kameras spielten hierbei eine wichtige Rolle, denn so konnte dokumentiert und präsentiert werden. Als Ergebnis stellte sich heraus, dass die Lebewesen der Hönne eine gute bzw. zum Teil sehr gute Zustandsklasse bescheinigen. Als Ergebnis unserer Arbeit werden gerade Informationspunkte für die Öffentlichkeit in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Arche Noah entwickelt. Diese werden an der Hönne und direkt an der Untersuchungsfläche stehen, so dass jeder Interessierte direkt vor Ort unsere Ergebnisse sehen kann.